Sehr geehrte IT-Systemhaus-Chefs,

vor ein paar Wochen haben wir den ersten Newsletter zu unserer IT-Systemhaus-Börse verschickt;  heute setzen wir diese Reihe mit dem zweiten Newsletter fort. Jeder Newsletter soll Ihnen einen Baustein in diesem Prozess der Unternehmensakquisition erläutern und Ihnen wichtige Einblicke in die Methodik dieses hochinteressanten unternehmerischen Feldes geben.

Übrigens:  wir haben zwei interessante neue Angebote in unserer Börse (Angebot 7 und 8) ;  schauen Sie doch mal rein!

Thema heute:  Die Treiber für den Kaufpreis:

Laut Wikipedia gibt es 33 verschiedene Methoden, den Wert eines Unternehmens zu berechnen. Unserer Meinung nach sind 30 davon für die IT-Branche unbrauchbar. Wir verwenden drei Methoden, deren Ergebnisse wir zusammenaddieren.

Die wichtigste Methode, die auch den Löwenanteil am endgültigen Kaufpreis ausmacht ist eine modifizierte „Ertragswert-Methode“, oder anders gesagt eine vereinfachte „Discounted-Cash-Flow-Methode (DCF)“. Während sich die Ertragswert-Methode an den Ergebnissen der Vergangenheit orientiert, versucht die DCF-Methode, die Erträge in der Zukunft zu prognostizieren. D.h. man betrachtet, welche Gewinne das Unternehmen nach Übergabe dem zukünftigen Inhaber einspielen wird.

Dabei wird als erstes der zukünftig zu erwartende Umsatz ermittelt. Diese Prognose sollte natürlich zur Entwicklung der letzten drei Jahre passen und keine „Hockeystick-Planung“ darstellen. Idealerweise kann man die Wachstumsraten der Vergangenheit in die Zukunft fortschreiben.

Als zweites prognostiziert man die zu erwartende Handelsspanne. Diese hat sich in den vergangenen Jahren i.d.R. nach oben entwickelt, da wir immer mehr Dienstleistung und immer weniger Hardware verkaufen. Üblicherweise liegt diese heute bei ca. 48% bis 49%. Da diese Entwicklung weiter anhalten wird, ist auch weiterhin mit einer steigenden Gesamtmarge zu rechnen. Allerdings:  wer einen hohen Anteil an Managed Services hat oder plant, muss hier noch einmal genau nachrechnen, denn dann dürfte die Spanne deutlich darunter liegen.

Durch diese beiden Schritte wird sich der Rohertrag in € exponentiell nach oben bewegen, da wir hierdurch eine Art „Zinseszins-Effekt“ haben. Im nächsten Schritt werden die Kosten in die Zukunft prognostiziert. Hierzu ist die bisherige BWA und alle Sondereffekte zu bereinigen, also die Ehefrau, der Sohn, die Putzfrau, die alle auf der Payrole stehen, aber nicht im Unternehmen tätig sind. Ebenso deren Autos und die private Tageszeitung etc.. Die verbleibenden Kosten werden dann ins Verhältnis zum Umsatz gesetzt.  Dieser Wert wird dann konstant gehalten für die Prognose.

Nun ist noch der Unternehmerlohn abzuziehen. Bei GmbH´s ist dies über das Geschäftsführergehalt i.d.R. abgedeckt, außer es ist außergewöhnlich hoch oder niedrig; dann wäre es anzupassen. Bei Personengesellschaften ist ein übliches Geschäftsführergehalt vom Gewinn anzuziehen. Damit errechnet sich dann ein in der Zukunft zu erwartender Gewinn

Nun ist der entscheidende Faktor, wie viele zukünftigen Gewinne man als Ertragswert ansetzen möchte! In der Regel spielt sich das zwischen 3 und 5 ab. Unter drei Jahren möchten selten jemand verkaufen und über 5 Jahre ist das Risiko zu hoch.

Der alles entscheidende „Hebel“ ist nun die Frage, wie lange das „Schiff“ geradeaus läuft, ohne dass der Käufer nennenswert eingreifen muss. Diese Frage wir am ehesten über die stabile Kundenbasis beantwortet. Verfügt ein Unternehmen über viele Wartungs-, Kontingent- und Managed-Service-Verträge kann dieser Faktor eher Richtung 5 Jahre gewählt werden, als bei einem reinen „Break-and-Fix-Geschäft“.

Fazit:  Ihr Unternehmenswert wird am stärksten durch den Anteil von Wartungs- und Managed-Service-Verträgen bzw. von SW-Lizenzverträgen  beeinflusst.

Diese Überlegung sollten Sie deshalb bei der Zusammenstellung Ihres SOP`s (Service-Offering-Portfolio) berücksichtigen.

Mit diesem Newsletter haben wir unsere Informationsreihe „IT-Systemhausbörse“ fortgesetzt, in der wir Sie regelmäßig über die Mechanismen beim Unternehmenskauf/-verkauf informieren, und gleichzeitig über die in unserer Börse befindlichen Unternehmen und Akquisitionschancen informieren möchten. Um diesen Newsletter regelmäßig zu erhalten und über aktuelle Akquisitionschancen informiert zu werden, melden Sie sich bitte „hier“ mit Ihrer persönlichen Email-Adresse zu unserem Newsletter an. Im nächsten Newsletter werden wir dann die anderen Komponenten ausführlich vorstellen, die Ihren Unternehmenswert beeinflussen.